Wo Luther wiederholt weilte, wo auf der alten Heer- und Handelsstraße Kaiser und Fürsten, Ross und Reiter, aber auch die schweren Frachtwagen der Kaufleute zwischen Nürnberg und Leipzig zogen, liegt auf dem südlichen Höhenrücken des Thüringer Schiefergebirges der Ort Judenbach, im Henneberger Urbarium erstmals 1317 urkundlich erwähnt.
Von Sonneberg-Hüttensteinach kommend, führt die Straße durch leuchtenden Mischwald hinauf auf 600 Meter Höhe. Diese Anfahrt ist ein Vorgeschmack auf die landschaftlichen Schönheiten, die sich in und um Judenbach dem Besucher erschließen. Durch den Ort führt ein historischer Lehrpfad, der dem Besucher über die Geschichte des Dorfes berichtet.
Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die schmucken Häuser des Straßendorfes etwa 3 Kilometer lang rechts und links der Straße.
Fast 50 Kilometer markierte erlebnisreiche Wander- und Skiwege führen zu stillen Waldbächen, Winkeln und Ausblicken von großer Schönheit. Von den Höhen aus geht der Blick weit über das Meer der Wälder des Sonneberger Landes bis nach Franken. Bei guter Sicht kann man von der Hessenhöhe (647 Meter über NN) aus sogar die Türme der Basilika von Vierzehnheiligen über dem Maintal erkennen. Ein Erlebnis ist auch immer wieder der Blick vom "Knock" in das Steinachtal. Im etwa 20 Kilometer Entfernung verläuft der Rennsteig. Klar und rein ist die Luft.
Eine Speisegaststätte lädt zum Verweilen ein. Privatvermieter bieten Übernachtungsmöglichkeiten preiswert an.
Im Ort, der bis zur Wende von der Spielzeugindustrie geprägt war, befinden sich heute ein Industriebetrieb, welcher Kunststoffteile für die Autoindustrie fertigt, verschiedene Gewerbe, eine Zweigstelle der Sparkasse sowie Verkaufseinrichtungen.
Judenbach besitzt eine Grundschule, in der die Klassen 1 bis 4 unterrichtet werden, eine Turnhalle und einen Schulhort. In einem modernen Kindergarten werden über 60 Kinder betreut. Der Ort verfügt außerdem über einen neuen geräumigen Kultursaal für Veranstaltungen aller Art.
Zahlreiche Vereine, unter anderem der Sportverein, der Frauen- und Männerchor, der Feuerwehrverein, der Kleintierzüchterverein, die Theatergruppe "Schwammastürer" und der Schützenverein sorgen für kulturelle Abwechslung.
Die medizinische Betreuung erfolgt durch zwei praktische Ärzte, einen Zahnarzt und eine Hautärztin.
Besonders erwähnenswert ist die 1705 erbaute St.-Nikolaus-Kirche mit dem aus dem Jahre 1707 stammenden wertvollen holzgeschnitzten Taufengel und der Kanzel mit den fünf Evangelisten, ebenfalls holzgeschnitzt. Das Juwel unserer Kirche sind die spätbarocke Orgel mit durchbrochener Holzschnitzerei und ausgezeichneter klanglicher Schönheit aus dem Jahre 1729 und die vierzig Emporenmalereien in den Brüstungsfeldern - Bilder der Heilsgeschichte.

An der alten Heer- und Handelsstraße zwischen Nürnberg und Leipzig entstanden einst viele Siedlungen, so auch um 1650 das dicht "beyn Paß Sattel" gelegene "Neuen bau", wo man "damals angefangen hat, daselbst etliche Häuser zu bauen, mehr Land zu Äckern und Wiesen zu machen". Der Sattelpass jedoch ist uralten Ursprungs.
Neuenbau hat den Charakter einer Streusiedlung. Durch den Ort führt ein historischer Lehrpfad, welcher uns in die Zeit der Heeresdurchmärsche sowie die Zeit der Fuhrleute und Frachtwagen der Kaufleute versetzt.
Das idyllische Bergdorf liegt inmitten eines ausgedehnten Wander- und Skigebietes, welches einerseits zum Rennsteig und andererseits in den Frankenwald führt.
Eine Speisegaststätte bietet deftige Hausmannskost und lädt zum Verweilen ein. Sportliche Betätigung ist auf dem Sportplatz möglich. In Neuenbau werden alte Traditionen gepflegt. Dazu gehört auch die am ersten Wochenende im August stattfindende Kirchweih mit Umzug und Plantanz.

Heinersdorf ist eines der ältesten Dörfer im Landkreis Sonneberg. Als Marktflecken im Radenzgau wurde Heinersdorf im Jahre 1071 erstmals urkundlich erwähnt. Es ist der einzige Ort der Gemeinde, der das Marktrecht besitzt. Sehenswert sind die evangelische Marienkirche mit einem Bildnis der Mutter Gottes (katholisch) und die Gedenkstätte "Ehemalige Grenze" zwischen Heinersdorf und Welitsch (Bayern). Der Fernradweg Tettautal - Rodach führt, vorbei an Rottenbach und der Räppolsburg, durch das Naturschutzgebiet Tettautal.

Jagdshof wurde im Henneberger Urbarium erstmals 1340 urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte hinweg war die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle, bis 1889 durch Carl Kochnis die Maskenfabrikation eingeführt wurde, die Jagdshof bis ins Rheinland bekannt machte.
Das schöne Dörflein liegt am Südhang des Jagdshofer Berges (689 Meter über NN), von dessen Höhen sich dem Betrachter ein herrlicher Ausblick in den Frankenwald und in das Fichtelgebirge bietet. In der Ferne kann man den Ochsenkopf und das Kloster Banz über dem Maintal erkennen.
Ausgedehnte Wander- und Skiwege führen um den Ort.
Das Vereinsleben wird in Jagdshof von jeher groß geschrieben und alte Traditionen werden gepflegt. Dazu gehört die jeweils am letzten Wochenende im Juli gemeinsam mit Mönchsberg stattfindende Kirchweih.

Am Fuße des Mönchsberges liegt der kleine Ort auf 560 Meter über NN. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als "Müncheberg" im Jahre 1317 im Henneberger Urbarium. Ob nun der Berg dem Ort oder der Ort dem Berg den Namen gab, ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass der Name, genau wie bei dem verschwundenen Nachbarort Pfaffendorf, auf kirchlichen Besitz zurückgeht.
Vom 607 Meter hohen Mönchsberg erschließt sich dem Wanderer ein großartiger Ausblick bis ins Maintal. Der Reichtum der Tier- und Pflanzenwelt wird den Besucher begeistern.

Hier war schon immer Grenzland, und bis zu Beginn des 19. Jahrhundert stießen, wie der inzwischen wieder restaurierte alte Wappenstein, der so genannte "Dreiherrenstein", bezeugt, drei Herrschaftsbereiche aufeinander.
Im Oktober 1964 mussten die Bewohner des Ortes mit ansehen, wie ihre leer stehenden Wohnungen im ehemaligen Rottenbach durch Pioniere der NVA dem Erdboden gleichgemacht wurden. Heute erinnert nichts mehr daran, dass dort einstmals schmucke Häuser standen.

 

Räppoldsburg

Nordöstlich von Judenbach, 3 km Wegs entfernt, standen am Ausgang des Klettnitzgrundes  ein Wohnhaus mit Schneidmühle und ein Wirtshaus, Räppoldsburg genannt. Die 1876 gebaute Distriktstraße mit täglichem Postkutschenverkehr durch das Tettautal führte an diesem Einzelgehöft vorbei und die Räppoldsburg war Haltestelle und Bahnstation der 1903 eröffneten Bahnstrecke von Pressig nach Tettau. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zwar der Zugverkehr wieder aufgenommen, jedoch scheiterte das Projekt 1952, als im damaligen Ostzonengebiet zwischen Heinersdorf und der Räppoldsburg/Schauberg die Gleise unvermittelt abgerissen wurden (die Bahnlinie kreuzte mehrmals die ehemalige Landesgrenze, nun Demarkationslinie). Im Jahr 1962/63 wurden die letzten Besitzer der Räppoldsburg “im Zuge von Grenzsicherungsmaßnahmen” zwangsausgesiedelt und schließlich 1964 die drei Gebäude dem Erdboden gleichgemacht.

Heute erinnert nichts mehr daran, dass an diesem Ort einst Häuser standen.